Schutz vor Radon in Gebäuden. Neues Strahlenschutzgesetz und Entwurf DIN/TS 18117-1

Referent: Beratender Ingenieur Dipl.-Ing. Gerhard Klingelhöfer, ö.b.u.v. Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, Pohlheim

Veranstaltungsdaten

  • Seminar

    vor Ort in Ettersburg bei Weimar
  • Termin

    Montag, 11. Oktober 2021 (KW 41)
    13:15 Uhr bis 16:30 Uhr
  • Sachgebiet

    Konstruktionsplanung, Technik und Ausführung
  • Kennziffer

    111021 K
  • Fortbildungsstunden

    4
  • Anzahl Teilnehmer

    max. 18 Teilnehmer
  • Anmeldeschluss

    27.09.2021
  • Entgelt

    85 / 95 / 105 / 125 Euro i

Über den Inhalt der Veranstaltung

Ab 31.12.2018 ist das neue Strahlenschutzgesetz der Bundesregierung in Deutschland gültig, wonach zum Schutz der Menschen vor ionisierender Strahlung Radonkonzentrationen in der Raumluft von Aufenthaltsräumen und Arbeitsstätten auf ca. 300 Bq/m³ (Referenzwert) zu begrenzen sind. Diese gesetzliche Vorschrift hat nun Auswirkungen auf Bestandsgebäude und Planungen von Neubauten mit Aufenthaltsräumen und Arbeitsstätten, weil dieser Referenzwert ab 1.1.2019 nicht mehr überschritten werden darf und die Bautätigen vorsorgliche bauliche oder lüftungstechnische Maßnahmen planen und ausführen sollen, um zum Gesundheitsschutz der Menschen in Gebäuden diesen Referenzwert im Jahresmittel nicht mehr zu überschreiten.

Derzeit wird dazu ein neues Regelwerk als DIN/TS 18117 „Bauliche und lüftungstechnische Maßnahmen zum Radonschutz“ erarbeitet, dessen Entwurf Teil 1 Anfang 2020 veröffentlicht wurde und hier im Einzelnen vorgestellt sowie Praxis orientiert erläutert wird, wobei auch auf konvektiv dichte erdseitige Bauwerksabdichtungen nach DIN 18533 und auf WU-Betonkonstruktionen nach DAfStb-Richtlinie zum Schutz gegen exhalierendes Radongas aus dem Baugrund eingegangen wird.

Weil das Strahlenschutzgesetz ab 31.12.2018 in Deutschland gilt und für bestehende sowie neue Bauwerke mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsstätten unmittelbar anzuwenden ist (ohne Übergangsfrist, ohne Bestandsschutz), liegt eine hohe Aktualität und Handlungserfordernis für Planer und Bautätige vor!

Das Seminar befasst sich mit den Grundlagen von Radon, was ist Radon und wo kommt es her, Radoneinwirkungen auf Menschen, Messverfahren, Studien und Bewertung von Radonmessungen, Radongebieten und Radonkarte für Deutschland und einzelne Bundesländer, Bedarfsplanung des Radonschutzes, erdseitigen Abdichtungen bzw. anderen baulichen und/oder lüftungstechnischen Schutzmaßnahmen gegen exhalierendes Radon aus dem Baugrund, Praxisbeispielen und bautechnischen Anwendungen für den Radonschutz von Aufenthaltsräumen und Arbeitsstätten sowie der Bewertung des Radonpotentials für gefährdete Räumlichkeiten. Erkennen von Schwachstellen und baupraktische Beispiele werden vorgestellt und diskutiert.

Seminarinhalte:

Grundlagen zu Radon und Maßnahmen zum Radonschutz
Allgemeines zu Radon, Herkunft, Wirkung auf Menschen, Vorkommen in Deutschland im Baugrund, Radonkarten und deren Aussagewert, Radongebiete, Strahlenschutzgesetz als neue „Bauvorschrift“ und Hinweise auf erdseitige Abdichtungen zum üblichen Feuchteschutz von Bauwerken, Referenzwert als Begrenzung der Radonkonzentration in der Raumluft von Aufenthaltsräumen und Arbeitsstätten, Hinweise auf die zukünftige DIN/TS 18117 (VÖ-Entwurf), Fachinfos.

Entwurf der DIN/TS 18117 Bauliche und lüftungstechnische Maßnahmen zum Radonschutz (Stand Ende 2019, abgeschlossener Entwurf des Teil 1, Veröffentlichung bis Ende 2021)
Übersicht über die vorgesehenen 2 Normenteile, Vorstellung der verschiedenen baulichen und lüftungstechnischen Schutzmaßnahmen nach dem Regelwerk, Wahl der geeigneten Schutzmaßnahmen vor Radon im Neubau und Bestand. Konvektions- und Diffusionsbetrachtungen zur Radoneindringung in Gebäude. Grundschutz oder Erhöhter Schutz am Bauwerk nach Wunsch des Bauherrn, Details und Ausführungsbeispiele sowie Hinweise zu Fehlervermeidung. Geplanter Zeitablauf zur Veröffentlichung der DIN/TS 18117, Teil 1 bis Ende 2021.

Schwarze Wanne ./. Weiße Wanne, Elementwand-Wanne, Braune Wanne, Gelbe Wanne ??? Unterschiedliche erdseitige Abdichtungen und Dränung
Darstellung der verschiedenen Systeme, Vor- und Nachteile in Bezug auf den Radonschutz, Planungshinweise, Regelwerke DIN 18533 (07-2017) oder WU-Richtlinie des DAfStb. (12-2017), Praxisfälle.

Risse im WU-Beton – wie bewerten in Bezug auf Radon und was tun?
Entwurfsgrundsätze (a, b, c) nach der WU-Richtlinie, Rissbreitenbeschränkung, Möglichkeiten zur Rissevermeidung, Rissabdichtung durch Injektagen oder Abdichtungen, sind Risse beim Radonschutz in WU-Bauwerken zulässig und was ist dagegen zu tun, Zeitbetrachtungen zu Rissen, Praxisbeispiele.

Brauchen WU-Betonbauwerke bzw. Weiße Wannen Zusatzabdichtungen, z.B. Frischbetonverbundsysteme zum Radonschutz?
Denkansätze zu Zusatzabdichtungen bei Radongas oder anderen Gasen aus dem Baugrund, Sachstand und Erläuterungen zu Frischbetonverbundsysteme FBVS.

Lüftungstechnische Maßnahmen zum Radonschutz
Grundsätze zu Lüftungsanlagen zum Radonschutz, Darstellung verschiedener Lüftungssysteme als sekundäre Radonschutzmaßnahmen, Vor- und Nachteile sowie Unterschiede beim Einsatz in Neubau und Bestand, Bemessungshinweise.

Reihenfolge der Entgeltangaben:
1) Mitglieder der IKT (alle Fortbildungen) und Mitglieder des VBI-LV Thüringen (nur für Tagesveranstaltungen, nicht für Zusatzqualifikationen)
2) Mitglieder der AKT sowie anderer Architekten- oder Ingenieurkammern der BRD; Mitglieder des BVS; Mitglieder des VBI-LV Thüringen (für Zusatzqualifikationen)
3) Angestellte von Mitgliedern der AKT, der IKT, des VBI-LV Thüringen oder des LVS Thüringen; ö.b.u.v. Sachverständige; Angestellte von Mitgliedsunternehmen des BIV Hessen-Thüringen; Angestellte im öffentlichen Dienst; Rechtsanwälte
4) Gäste

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