Sanierung von feuchtem und/oder versalztem Mauerwerk

Referent: Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Gänßmantel, ö.b.u.v. Sachverständiger für Mineralische Werkstoffe des Bauwesens, Landau/Pfalz und Kaufbeuren

Veranstaltungsdaten

  • Seminar

    vor Ort in Ettersburg bei Weimar
    hat bereits stattgefunden
  • Termin

    Dienstag, 5. März 2013 (KW 10)
    09:00 Uhr bis 16:30 Uhr
  • Sachgebiet

    Konstruktionsplanung, Technik und Ausführung
  • Kennziffer

    050313 K
  • Fortbildungsstunden

    8

Über den Inhalt der Veranstaltung

Instandsetzungsarbeiten von Durchfeuchtungs- und Versalzungsschäden – häufig an erdberührten Bauteilen – stellen ein wichtiges Aufgabengebiet des Bautenschutzes dar. Soll eine Maßnahme der Mauerwerksanierung im Sinne des Wortes ein Mauerwerk „gesund machen oder heilen“, d.h. sollen durch Reparatur, Erneuerung und Modernisierung attraktive Nutzungsangebote geschaffen werden, ist bei allen Beteiligten – vom Planer über den Bauüberwacher bis hin zum ausführenden Fachunternehmer – ein umfangreiches Fachwissen erforderlich. Denn die komplexe Aufgabenstellung umfasst die unterschiedlichsten Leistungsbereiche.

Am Anfang steht das Sanierungskonzept, das unbedingt an die Nutzungsanforderungen angepasst werden muss. Gleichzeitig müssen die geltenden anerkannten Regeln der Technik mit berücksichtigt werden. Im nächsten Schritt – und dieser ist unerlässlich – ist eine ausführliche Bestandsaufnahme notwendig. Erst wenn alle erforderlichen Parameter erfasst sind, kann der erfahrene Fachmann durch entsprechende Diagnostik die Schadensursachen erkennen und darauf aufbauend geeignete, nachhaltige Maßnahmen vorschlagen, ausschreiben und liefern.

Qualifizierte Instandsetzung von Durchfeuchtungs- und Versalzungsschäden an Mauerwerk bei Altbauten beinhaltet neben den bereits genannten Vorleistungen umfangreiche Maßnahmen wie z.B. nachträgliche horizontale oder vertikale Abdichtungen, Beseitigung und Bekämpfung von Schäden durch Mikroorganismen wie Pilzen, Insekten usw., fachgerechte Behandlung von Rissen, Durchführung von Maßnahmen zur energetischen Sanierung, Putzreparaturen mit geeigneten Baustoffen, Trockenbau, Anstricharbeiten usw. Außerdem wird eine erhöhte Beratungskompetenz erforderlich.

Erfolgreiche Mauerwerksanierung heißt also, die dem Schadensumfang, -bild, -ausmaß usw. entsprechende(n) geeignete(n) Maßnahme(n) auszuwählen. Nachhaltig bedeutet, einen optimalen Kompromiss zu finden zwischen den Anforderungen an Ökologie, Ökonomie und Soziales-Kulturelles, also die Anforderungen des Nutzers/Investors/Betreibers unter optimalen ökonomischen und ökologischen Randbedingungen soweit es geht zu erfüllen. Hohe Lebensdauer bei gleichzeitig guter Wirtschaftlichkeit rücken so in den Vordergrund. Nur bei systematischem Vorgehen kann es gelingen, die o.g. Nachhaltigkeitsaspekte für neue Sanierungsmaßnahmen bei neuer Nutzung umzusetzen – oder auch zu bewerten, ob und in welchem Umfang bereits durchgeführte Maßnahmen bei weiterer Nutzung wie bisher Chancen auf Erfolg haben. So wie man eben in der Medizin bewertet, ob und wie eine Therapie „anschlägt“.

Im Rahmen des Seminars sollen die wichtigsten Schritte dazu in der Praxis der Instandsetzung von Durchfeuchtungs- und Versalzungsschäden an Mauerwerk vorgestellt und gleichzeitig aufgezeigt werden, wie wichtig eine möglichst ganzheitliche Vorgehensweise zum Bewerten und Erarbeiten von Sanierungsvorschlägen ist.

  • Feuchte: Charakterisierung, Kennwerte
  • Feuchtetransportmechanismen, Einfluss von Salzen
  • Messtechnik und Bauwerksdiagnostik
  • Dokumentation, Sanierungsgrundlagen
  • Sanierungskonzept, systematisches Vorgehen
  • Maßnahmenüberblick zur Sanierung von feuchtem/versalzten Bauteilen
  • Abdichtungen horizontal/vertikal, Sanierputze, Kompressen, Opferputze, Bautrocknung
  • Zusammenfassung und Abschlussdiskussion

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