Bauhaus Akademie Schloss Ettersburg, Signet

Bauhaus Akademie Schloss Ettersburg

Projektmanagement 3: Projektorganisation, Verträge und Vergütung

Seminar

310119 M

Zielgruppe: Architekten, Ingenieure, Sachverständige

Donnerstag, 31.01.2019 (KW 05) ▪ 09:00–16:30 Uhr

8 Fortbildungsstunden ▪ Anmeldeschluss: 16.01.2019

Entgelt: 170/ 180/ 205/ 240 Euro

Unter Projektorganisation versteht man die Gesamtheit der Organisationseinheiten und der aufbau- und ablauforganisatorischen Regelungen zur Abwicklung eines bestimmten Projekts. Die Projektorganisation besteht i.d.R. aus Elementen der vorhandenen Betriebsorganisation und ergänzenden projektspezifischen Regelungen.

Im Rahmen der Projektvorbereitung sind entsprechend Handlungsbereich A – Organisation, Information, Koordination und Dokumentation – alle diesbezüglichen Regelungen zu treffen. Sie sind eine unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung eines Projekts. Dazu gehören sämtliche Organisationsvorgaben sowie Festlegungen für die Information der am Projekt Beteiligten. Diese beziehen sich auf die Kommunikation, teilweise unter Einsatz moderner Systeme, und die notwendige Dokumentation für die Übergabe des Objekts an den Nutzer. Die hierbei zu treffenden Regelungen und Standards werden Teil der Leistungsbilder der Auftragnehmer des Bauherrn.

Vor allem der Bauherr benötigt seinen Voraussetzungen und Anforderungen entsprechend aufbereitete Informationen zum aktuellen Projektstand sowie zur weiteren Entwicklung. Notwendig sind regelmäßige Projektberichte, die knapp, anschaulich und einheitlich aufgebaut sein sollen und zeitnah vorliegen müssen. Projektberichte sollen Informationen enthalten über z. B. Planungsstand, Genehmigungsverfahren, Baufortschritt, Auftrags-, Abrechnungs- und Zahlungsstand sowie die Vorbereitung der Inbetriebnahme.

Es ist festzulegen, welche Informationen zum Projekt welchen Beteiligten zur Verfügung stehen sollen. Der Bauherr bzw. sein Projektleiter müssen uneingeschränkte Kenntnis haben. Dagegen sind viele Informationen für den Auftragnehmer zwar nützlich, dürfen aber nicht ohne Weiteres zur Verfügung gestellt werden, z. B. Vertragsinhalte, Kostendaten, Protokolle zu internen Gesprächen. Die Datenverarbeitung ist so zu strukturieren, dass erforderliche Informationen frühzeitig erfasst und fortlaufend aktualisiert werden können. Zur Koordination der Projektarbeit ist, gerade bei größeren Organisationen, zu klären, wie Entscheidungen vorbereitet, getroffen und dokumentiert werden sollen.

Die Projektdokumentation entsteht auf der Grundlage der Projektstruktur und des damit festgelegten Ordnungs- und Kennzeichnungssystems. Es sind fortlaufend zumindest folgende Ergebnisunterlagen zu dokumentieren: Planunterlagen, Baubeschreibungen, Terminpläne, Kostenermittlungen, Leistungsbeschreibungen, Vertrags- und Abrechnungsunterlagen, Besprechungsprotokolle und Berichte.

Verbindliche oder für unterschiedliche Projekte in gleicher Weise geeignete Leistungsbilder gibt es für das Projektmanagement nicht. Für die erforderlichen Leistungen des Projektmanagements - insbesondere der Projektsteuerung – sind der Gegenstand der Leistungen und die Ermittlung der Vergütung ist zwischen den Parteien von Fall zu Fall frei zu vereinbaren. Leistungen im Projektmanagement unterliegen sowohl einem Leistungs- als auch einem Preiswettbewerb. Denn das Leistungsbild und der Leistungsumfang können individuell geregelt werden. Im Unterschied dazu bestehen ein Leistungswettbewerb für Architekten- und Ingenieurleistungen bei Beachtung der Honorarordnung sowie ein Preiswettbewerb für Bauleistungen auf der Grundlage einer erschöpfenden Leistungsbeschreibung.