Bauhaus Akademie Schloss Ettersburg, Signet

Bauhaus Akademie Schloss Ettersburg

Projektmanagement 4: Projektziele und Umsetzung

Seminar

010219 M

Zielgruppe: Architekten, Ingenieure, Sachverständige

Freitag, 01.02.2019 (KW 05) ▪ 09:00–16:30 Uhr

8 Fortbildungsstunden ▪ Anmeldeschluss: 16.01.2019

Entgelt: 170/ 180/ 205/ 240 Euro

Die in der Regel zahlreichen an einem Bauprojekt Beteiligten haben jeweils eigene, in Summe meist indifferente und konkurrierende Ziele. Die Erfassung der einzelnen Ziele und deren Ordnung und Bewertung soll ganz am Anfang eines Projekts geleistet werden. Dies ist Aufgabe der Projektleitung. Die Zielsetzungen für das Projekt und die Organisation der Zusammenarbeit sind vor dem Projektstart zu klären und darzustellen, z.B. in Form von Aufbau- und Ablaufdiagrammen. Die Ziele und die Organisation sind im Zuge der Projektarbeit regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls fortzuschreiben. Für die Auswahl von Projektbeteiligten, für das Führen von Verhandlungen, für die Beauftragung und für die Überwachung von Vertragspflichten sind Regeln zu entwickeln.

Die Vorgabe der Quantitäten, angegeben in Leistungsdaten der geplanten Nutzung, z.B. Anzahl Arbeitsplätze, und den geforderten Grundflächen oder Rauminhalten des Bauprojekts muss grundsätzlich durch den Bauherrn erfolgen. Kann dieser nur die Leistungsdaten angeben, sind diese durch einen entsprechenden Fachmann, z.B. Architekt, Betriebsplaner, Projektsteuerer, in ein Raumprogramm umzusetzen. Auf die Definition von Bezugseinheiten wie Nutzungsflächen, Wohnflächen, Mietflächen nach den jeweils geltenden Regelwerken wie Normen, Verordnungen oder Richtlinien ist in besonderer Weise zu achten. Entsprechendes gilt für die Qualitäten eines Projekts, soweit diese nicht bereits durch Normen und Vorschriften vorgegeben sind. Letzte gelten als Qualitätserfordernisse und sind von den darüberhinausgehenden Qualitätswünschen, die von den Nutzern gefordert und in deren Interesse in die Planung einfließen müssen, zu unterscheiden.

Die Kostenplanung besteht aus Kostenermittlung, Kostenkontrolle und Kostensteuerung zur Einhaltung der Kostenziele, die sich sowohl auf die Investitionskosten als auch auf die Nutzungskosten beziehen können. Zur Finanzierung eines Projekts müssen i.d.R. Investitionsmittel beantragt und eine Projektbuchhaltung eingerichtet werden. Eine besondere Bedeutung kommt bei Bauprojekten dem Kostenrahmen als der ersten Kostenaussage zu. Der Kostenrahmen dient als eine Grundlage für die Entscheidung über die Bedarfsplanung, für Wirtschaftlichkeits- und Finanzierungsüberlegungen sowie für die Festlegung der Kostenvorgabe. Grundlagen des Kostenrahmens sollen quantitative Bedarfsangaben, z.B. Raumprogramm mit Nutzeinheiten, Funktionselemente und deren Flächen sowie qualitative Bedarfsangaben, z.B. bautechnische Anforderungen, Funktionsanforderungen, Ausstattungsstandards, ggf. auch Angaben zum Standort, sein. Im Kostenrahmen müssen innerhalb der Gesamtkosten mindestens die Bauwerkskosten gesondert ausgewiesen werden.

Die Termin- und Kapazitätsplanung stellt einen weiteren Handlungsbereich der Projektsteuerung bzw. des Projektmanagements dar. Für die Belange des Bauherrn sind ein Generalablaufplan und ein Kapazitätsrahmen abzuleiten. Die Inbetriebnahme des Gebäudes sowie die Verfolgung der Mängelbeseitigung müssen darin eingeschlossen sein. Ausgehend von den Vorgaben des Bauherrn entwickeln Planer und ausführende Firmen Terminplanungen bezogen auf die einzelnen Vertragsleistungen. Bauherr und Objektplaner koordinieren in Bezug auf den gesamten Bauablauf jeweils Teile davon. Die Terminplanung umfasst aus Sicht des Bauherrn die Gesamtdauer des Projekts von der Bedarfsplanung bis zur Inbetriebnahme einschließlich Verfolgung der Mängelbeseitigung. In den meisten Fällen gibt der Bauherr den Termin der Inbetriebnahme vor.

Die Akzeptanz von Kompromissen hinsichtlich der Zielerreichung ist in der Praxis fast immer erforderlich.