Ein Plan, der auf stabilen Säulen steht.
Das ‚Projekt Schloss Ettersburg’ ist als mehrteiliges Konzept angelegt. Neben den Aktivitäten der Bauhaus Akademie Schloss Ettersburg wird auf dem Schloss ein ‚Institut für bauliches Management des demografischen Wandels’ etabliert.
Blick vom Englischen Landschaftsgarten auf Schloss Ettersburg
Um den von jeher kulturell bedeutsamen Ort seiner Bestimmung gemäß fortzuführen, sollen Schloss und Park mit einem breiten Spektrum an Veranstaltungen u.a. auch als Kultur-Oase neu erblühen. Federführend sind hier vorrangig das Kuratorium Schloss Ettersburg und die Klassikstiftung Weimar.
Herausforderungen bringen Großes hervor.
Wo ehemals ein Chorherrenstift aus dem Jahr 1084 stand, ließ Herzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar Anfang des 18. Jahrhunderts ein Jagdschloss errichten. Johann Mützel, der Baumeister des Goethe-Wohnhauses, erbaute die Anlage in den Jahren 1706-1712 (Altes Schloss) und 1722 (Neues Schloss). Die schlichten Formen des dreiflügeligen Alten Schlosses waren schon damals eher von Bescheidenheit geprägt als der barocke Wohnbau des Neuen Schlosses, wenngleich dieser seine reichere Ausstattung hauptsächlich den späteren Umbauten unter Herzog Ernst August verdankt.
Bis heute erhalten blieb die Wappentafel von Herzog Wilhelm Ernst über dem Mitteleingang des Alten Schlosses, die den Wahlspruch verkündet: „omnia cum deo et nihil sine eo“ - Alles mit Gott und nichts ohne ihn.
Gestalterischer Höhepunkt des Neuen Schlosses ist der über beide Obergeschosse reichende Festsaal (‚Weißer Saal’) mit seinem opulenten Stuckdekor. Von der Freitreppe hat man einen atemberaubenden Blick auf die großartige Kulisse des „Pücklerschlages“ am Hang des Ettersberges; eine breite Waldschneise, die nach Plänen des Parkgestalters Fürst Hermann Pückler-Muskau entstand.
Der Weiße Saal im Neuen Schloss
Ab 1776 war Schloss Ettersburg Schauplatz von Herzogin Anna Amalias berühmtem ‚Musenhof’. Goethe, Schiller (der hier 1800 die ‚Maria Stuart’ vollendete), Herder und Wieland gingen im Schloss ein und aus. Das Weimarer Liebhabertheater erlebte in Ettersburg zwischen 1776 und 1781 besondere Höhepunkte. Und auch nach dem Ende des Weimarer Goldenen Zeitalters trafen sich ab 1842 in Schloss Ettersburg die Großen ihrer Zeit: Franz Liszt, Friedrich Hebbel und Hans Christian Andersen waren Gäste des damaligen Schlossherren und späteren Großherzogs Karl August.
Nach diversen Nutzungskonzepten standen die Schlossgebäude seit 1979 quasi leer. Als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ‚Klassisches Weimar’ musste das Schloss vor dem endgültigen Verfall gerettet werden – eine große Herausforderung, der sich die neuen Schlossherren gerne stellten.
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